Kurzgeschichtenwettbewerb 2007

„Zwischen Ackerbau und Viehzucht – Geschichten vom Land"

(Bonn/Berlin, 21. Januar 2008)  Über das Leben auf dem Land lässt sich viel erzählen. Und so folgte im  Jahr 2007 eine überwältigende Zahl von schreibfreudigen Mitmenschen der Aufforderung des Deutschen Bauernverbandes, ihre Erlebnisse und Gefühle zum Land in einer Kurzgeschichte niederzuschreiben. Aus 220 eingesendeten  Kurzgeschichten zum Thema „Zwischen Ackerbau und Viehzucht – Geschichten vom Land“  zeichnete die Jury fünf Geschichten aus.

Die Preisträger wurden am Freitag, dem 18. Januar 2008,  im Rahmen einer Feierstunde auf dem ErlebnisBauernhof der Internationalen Grünen Woche vom Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, LandFrauen-Präsidentin Brigitte Scherb, der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und der Schauspielerin und „Faller-Bäuerin“ Ursula Cantieni geehrt. DBV-Präsident Sonnleitner erläuterte mit seinen Eingangsworten die Beweggründe für den Wettbewerb. Es sei wichtig für die Arbeit der bäuerlichen Familien zum Wohle der Bevölkerung zu werben und zur Verbesserung des Wissens über Landwirtschaft und ländlichen Raum beizutragen. Es ging aber auch darum zu erfahren, wie Mitmenschen Landwirtschaft und den ländlichen Raum selbst erlebt haben.

Gitta Connemann, MdB und Mitglied der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“, wies auf den Nutzen des Wettbewerbs hin: „Mit der Veröffentlichung der Kurzgeschichten bringen sie den Menschen das Leben auf dem Lande näher“. Mit der Auslobung des Preises habe man gleichzeitig eine Symbiose zusammengeführt, die Kultur und die Agrikultur. Die Landwirtschaft als Kultur sei Träger von Wertvorstellungen und Überzeugungen. „Bauer sein, lernt man nicht, man ist es aus Überzeugung.“

In ihrer Laudatio an die Preisträger hob die Schauspielerin Ursula Cantieni hervor, dass das Landleben keine Welt für sich sei: „Die Bauern liefern uns, was wir zum Essen, zum Leben  brauchen, und dies mit gesteigerter Effizienz.“ Im Jahr 1800 konnte ein Bauer gerade vier Menschen ernähren,  im Jahr 2005 seien es etwa 130 Menschen gewesen. „Es ist vorbei mit der Landidylle. Die Verknüpfung und das Aufeinandertreffen von Stadt und Land sind hart, überraschend, bedrohlich – und auch schön“. In diesem Spagat zwischen Tradition und Moderne liege der Nährboden für die Geschichtensammlung.  

Abschließend dankte Landfrauenpräsidentin Scherb den Preisträgern, dass sie mit ihrer persönlichen und sehr individuellen Art des Schreibens dazu beitragen würden, dass Verständnis und Kenntnisse vor allem bei der jüngeren Leserschaft geweckt  werden für Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. „Kultur auf dem Land braucht Freunde. Und Freunde kann man nur da finden, wo Verständnis vorhanden ist für die Belange des anderen.“

Die fünf Preisträger Anton Glogger-Hönle (Attenhofen), Reinhart Hummel (Güttingen/Schweiz), Michael Koglin (Hamburg), Bent Ohle (Braunschweig) und Willi Zurbrüggen (Heidelberg) erhielten als Auszeichnung ihrer Kurzgeschichte ein Preisgeld von  jeweils 1.000 Euro.

Die ausgezeichneten Kurzgeschichten und 16 weitere unterhaltsame Geschichten vom Land sind  zusammengestellt in dem Buch „Memoiren einer Mistgabel“, erschienen im Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup (ISBN 978-3-7843-3462-2, 14,95 Euro).


Laudatio von Ursula Cantieni zum download als Word-Dokument


Anton Glogger-Hönle („Sommertraum")

41 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder.
Von Beruf staatlich geprüfter Landwirt (Abschluss der Höheren Landbauschule in Triesdorf), bewirtschaftet seinen Familienbetrieb mit Ackerbau, Schweinemast und Forst im bayerischen Schwaben. Literarisch tätig in seiner Freizeit, schreibt Kommentare zu aktuellen landwirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Themen, die auch mal als Satire, Gedicht oder in Form eines Märchens erscheinen. Die Kurzgeschichte "Sommertraum" war sein erster Versuch in dieser Richtung. Weitere Hobbys sind Lesen, Sport (Joggen, Bergwandern, Schwimmen, Reiten) und einige ehrenamtliche Tätigkeiten im Heimatdorf.

Reinhart Hummel („Die Sprünge der Kühe nach dem Winter")

öngen, Kreis Esslingen.
Krankenpflegerische Ausbildung in Stuttgarter Großkliniken mit anschließenden beruflichen Tätigkeiten im süddeutschen Raum, darunter Tübingen, Freiburg, Karlsruhe. Studium zum Lehrer für Pflegefachpersonal in Bad Kreuznach.
1988 Auswanderung in die Schweiz. Bis heute Betriebsleiter einer spitalexternen Betreuungs- und Pflegeorganisation in Bischofszell / Schweiz und  Mitinhaber eines Kunstateliers in Güttingen / Schweiz.  Veröffentlichung im Selbstverlag: „So lange habe ich auf Sie gewartet“ Tagebuch eines Gemeindekrankenpflegers; Zahlreiche Anthologiebeteiligungen; Roman: In Zeiten flüchtiger Welten, erscheint im Frühjahr 2008.

Michael Koglin („Wo eigentlich wachsen hier die Nudeln")

1955 in Büdelsdorf/Schleswig-Holstein geboren, lebt seit 1973 in Hamburg. Seit 1982 freier Journalist (Brigitte, Mare, NDR, Zeit u.a.) und Schriftsteller. Neben Rundfunkfeatures und Reportagen verfasste er  Kurzgeschichten zu Themenbereichen wie: Schule, Autos, Flüchtlinge, Rassenhass und Pferderennen, Museums(Geschichts-)reportagen, Drehbücher, Kindertheaterstücke, zwei Kinderbücher, eine Anthologie mit Hamburg-Krimis, eine Anthologie mit Hamburger Liebesgeschichten, ein Episodenroman zum Thema Singles, ein Band mit Krimigeschichten, die auf den Inseln der Nord- und Ostsee spielen und ein Buch über das einstige jüdische Alltagsleben in der Hansestadt sowie diverse Kriminalromane. Ausgezeichnet mit mehreren Literaturpreisen.

Bent Ohle („AC")

geboren am 16.02.1973 in Wolfenbüttel, 1993 Abitur an der Neuen Oberschule, Braunschweig,1995 bis 1998 Studium an der Universität Osnabrück,Fachbereich Sozialwissenschaften, Englisch, Italienisch, 1998 bis 2004 Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg, Fachbereich Dramaturgie/Drehbuch, seit 2004 freier Autor, lebt mit seiner Lebensgefährtin und zwei Söhnen in Braunschweig.

Willi Zurbrüggen („Kleine Fluchten")

ührten ihn in den Maghreb und Vorderen Orient, gefolgt von einem zweijährigen Aufenthalt in Mexiko und Mittelamerika. Ende der siebziger Jahre ließ Willi Zurbrüggen sich in Heidelberg nieder und dort zum Übersetzer für die spanische Sprache ausbilden. Seit 1980 arbeitet er als freier Literaturübersetzer.
Willi Zurbrüggen ist verheiratet und hat drei Söhne. Im Laufe seiner mehr als fünfundzwanzigjähren Übersetzertätigkeit hat er für fast alle namhaften Literaturverlage bedeutende Werke spanischer und lateinamerikanischer Literatur in die deutsche Sprache übertragen und dafür mehrere Auszeichnungen bekommen.


Memoiren einer Mistgabel

und weitere 20 Kurzgeschichten aus dem Wettbewerb
Jugendliteraturpreis der deutschen Landwirtschaft 2007

144 Seiten, Preis: 14,95 EUR, Landwirtschaftsverlag GmbH,
Münster-Hiltrup, 2007
ISBN 978-3-7843-3462-2
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